No Billag schneidet Minderheiten das Wort ab

Der Schweizerische Kirchenbund lehnt die No-Billiag-Initiative ab.
Eine demokratische Schweiz braucht öffentlich-rechtliche Medien mit einer ausgewogenen Berichterstattung und mit der Stimme der Minderheiten und der Schwachen.

Der Kirchenbund setzt sich für ein Medienangebot ein, das die Vielfalt aller Meinungen und Sprachregionen sowie die Interessen der Minderheiten und der Schwachen berücksichtigt. Nur so können sich die Schweizerinnen und Schweizer sachgerecht ein Gesamtbild von ihrem Land machen. Von diesem Angebot lebt eine Demokratie. Dafür wurden öffentlich-rechtliche Sender eingerichtet.

Fernsehen und Radio müssen in der Lage sein, eine ausgewogene Berichterstattung und Meinungsvielfalt anbieten zu können. Der Kirchenbund wehrt sich gegen alle Vorstösse, die Minderheiten und Schwachen das Wort abschneiden wollen. Werden Radio und Fernsehen allein dem Spiel der Marktkräfte überlassen und nicht mehr solidarisch von der gesamten Bevölkerung getragen, verschwinden diese Stimmen aus der Öffentlichkeit. Meinungen von Minderheiten fielen nur noch dann ins Gewicht, wenn sie sich finanziell rechneten.

Kirchenbundspräsident Gottfried Locher ergänzt: „Kirchliche Sendungen in Radio und Fernsehen transportieren christliche Werte. Wird die No-Billag-Initiative angenommen, verliert die Kirche eine wichtige Kanzel.“
Autor: Brigitte Bosshard     Bereitgestellt: 12.01.2018    
aktualisiert mit kirchenweb.ch